Deutsche Vulkanologische Gesellschaft e.V.

Sektion Vogelsberg

Alle Angaben ohne Gewähr. © DVG Fachsektion Vogelsberg 2014

Mitgliedsantrag

Deutsche Vulkanologische Gesellschaft e.V.

Sektion Vogelsberg

GEOTOPE


Die AG I befasst sich mit den Geotopen, die der Vulkan Vogelsberg hervorgebracht hat. Hier stellt sich zunächst die Frage: was ist überhaupt ein Geotop?


„Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und des Lebens vermitteln. Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden, Mineralien und Fossilien sowie einzelne Naturschöpfungen und natürliche Landschaftsteile. Dabei kann es sich um natürliche oder vom Menschen geschaffene Aufschlüsse handeln, um Landschaftsformen oder um Erscheinungen, die das Wirken geologischer Kräfte und Spuren des fossilen Lebens zeigen.“ So definiert das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) den Begriff. Geotope sind für Wissenschaft, Forschung und Lehre, Natur- und Heimatkunde Dokumente von besonderem Wert.


Sie sind sehr vielgestaltig: Die Palette umfasst z.B. markante Felsformationen, erdgeschichtlich interessante Aufschlüsse von Gesteinsabfolgen oder Böden, wichtige Mineralien- oder Fossilienfundstellen, Höhlen, Moore, Seen, Quellen oder auch Bachschwinden, die in durchlässige Gesteinsschichten versickern.


Das HLUG erfasst seit 1978 Geotope als schutzwürdige Objekte. Auch im Vogelsberg werden derzeit die Geotope dokumentiert, bei Abschluss dieses Projektes werden etwa 120 Geotope in der Vogelsbergregion ausgewiesen sein. „Aus der Gesamtheit der Geotope sollen nur diejenigen geschützt werden, die sich durch ihre besondere erdgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit, Eigenart oder Schönheit auszeichnen“, schreibt das HLUG fest. Die Geotope sollen zugänglich gemacht, gepflegt und durch diese Nutzung erhalten werden.  


Einige Beispiele für bedeutende Geotope:


   Niederofleiden: "Dicke Steine" / "Hansteingraben; Blockmeer und Steinbrüche; tertiäre Sande


   Dreihausen: "Hunnenburg"; ehemaliger Steinbruch mit schönen, gleichmäßigen Basaltsäulen


   Brauerschwend: Steinbrüche mit dicken Basaltsäulen aus Basanit mit Olivineinsprenglingen


   Londorf: Steinbruch am Kahlenberg; Basalt für künstlerische Zwecke (Kölner Dom)


   Lauterbach-Maar: Kalkberg; Muschelkalk mit zahlreichen Fossilieneinschlüssen


   Lich: "Eiserne Hose"; ehemaliger Tagebau; Bauxit-Grube (Aluminiumherstellung)


   Schotten: Taufstein; ausgedehntes Blockmeer unterhalb des Bismarckturmes


   Ilbeshausen: "Burg"; 70 x 20 m große Felsformation aus komplex angeordneten steilstehenden
    Klüften


   Herbstein: "Felsenruhe"; Klippe mit Blockmeer; Erosionskante eines ehemaligen Lavastromes


   Schotten: "Geiselstein"; Basanit mit auffälliger Klüftung; Gestein ist magnetisch (Magnetit)


   Hungen-Langd: aufgelassener Steinbruch; Laven und Tuffe in einem Krater


   Nidda-Michelnau: Schlackenagglomerat; intensiv rotes Gestein mit Blasenhohlräumen


   Schotten-Busenborn: "Bilstein"; Aussichtspunkt aus schwarzem Basanit mit Trachytfragmenten


   Gedern: Steinbruch mit 7 übereinander liegenden Lavaströmen  mit Top- und Basisbrekzien


   Ortenberg: "Gaulsberg"; Schlotkomplex mit Abkühlungssäulen aus Basalt und Basanit


   Büdingen: Sandsteinbruch; Stein des "Keltenfürsten vom Glauberg"; hell und feinkörnig


            Hier können Sie den Flyer „Geotope in Hessen“ des HLUG herunterladen

Download